Welcher Dampfer für den Anfang? 9


Dampfempfehlung

Die Dampfempfehlung: 510-T, eGo-C-A, eGo-Akku mit Vivi Nova, eGo-T-B auf 900er-Akku, Vivi Nova groß auf 18650er-Mod und Vamo.

Es gibt eine völlig unübersichtliche Anzahl von Dampfgeräten, sich in diesem Angebot zurechtzufinden ist vor allem am Anfang mehr als schwierig. Aber gerade ein Anfänger braucht ein zuverlässiges und einfach zu handhabendes Gerät, mit dem er erst einmal einfach nur das Dampfen (kennen-)lernen kann. Wenn das dann funktioniert, ist gegebenenfalls immer noch Zeit, sich nach Alternativen umzuschauen, und die dürfen dann auch ihre kleinen Tücken haben.

In Kurzfassung:

  • Klein und elegant: Joyetech 510-T
  • eGo-Format und elegant: Joyetech eGo-C oder -T
  • eGo-Format und idiotensicher: Joyetech eGo-Akkus und Vivi Nova von Vision oder 
  • eGo-Format und idiotensicher: Joyetech eGo-Akkus und evod 
  • Für die, die gerne Masse in der Hand haben: Joyetech 18650er-Mod (z.B. mit Vivi Nova)
  • Und wer einen preiswerten, zuverlässigen Akkuträger mit vielen nützlichen Features sucht: Vamo-Mod (z.B. mit Vivi Nova)

Früher habe ich an dieser Stelle nur die Frage „Groß oder Klein“ gestellt und dann eGo oder 510 gesagt. Mittlerweile ist das Angebot auch von durchaus brauchbaren Dampfern doch wesentlich größer geworden, während sich die Frage, warum man keine 701, 801 oder 901 mehr empfiehlt, nicht mehr wirklich stellt: Die sind ohnehin kaum noch zu bekommen, weil ihnen (leistungsbedingt) die Käufer abhanden kamen. Daher brauchte der Artikel doch mal eine Überarbeitung. Die alte Version, wen es interessiert, gibt es hier.

Vorbemerkung: Vorsicht bei Nachbauten

Wenn ich ausdrücklich auf bestimmte Hersteller verweise, hat das seine Gründe: Beim Dampfen gibt es von allen auch nur halbwegs verkäuflichen Geräten zig Nachbauten. Zwar gibt es unbestritten auch recht gute Nachbauten, und manche haben sogar Eigenschaften, die den Originalen fehlen. Das Problem: Es ist kaum einschätzbar, gerade für einen Anfänger, ob man gerade einen brauchbaren Nachbau oder Kernschrott ab Werk kauft. Oder ob der Nachbau wirklich so 100% kompatibel ist wie man glaubt. Und ein Akku der zwei Euro billiger ist, aber nichtmal halb so lange hält, war eindeutig nicht preiswerter.

Darum gilt gerade für Anfänger: Schön bei bekannter Qualität bleiben. so merklich viel teurer ist die auch gar nicht. Neugierig auf Abwechlung kann man dann werden, wenn man eine funktionierende Grundausstattung hat und damit umgehen kann.
Das gilt auch und sogar gerade, wenn man sich das Geld nicht selberdrucken kann: Man spart mit Nachbauten eher selten Geld, weil sie meist schneller kaputt gehen, bekommt dafür aber oft gratis Probleme obendrauf.


Mini, Midi oder Maxi?

Der große Unterschied zwischen den unterschiedlichen Größen ist die Reichweite: Eine 510-T reicht bei mir vielleicht eine Stunde, dann sind Tank wie Akku leer, während eine eGo-T 3-5 Stunden vorhält, und ein 18650er-Mod locker einen Tag. Einerseits. Andererseits sind gerade vielen Anfängern schon die eGos zu groß, von Mods ganz zu schweigen. Einige andere Leute wiederum wollen gleich von Anfang an „anständig was in der Hand haben“.
Daher eine kleine Empfehlung, drei in eGo-Größe, und zwei Mods.

Bei den ersten drei Empfehlungen gibt es Sets zu kaufen, diese reichen für einen ersten Versuch völlig aus. Die erste Nachbestellung sollte dann aber enthalten: Mindestens einen weiteren Akku und einen weiteren Verdampfer (außer bei der eGo-C, da sind 5 im Set), sowie ein zweites Ladekabel. Zwar gehen letztere sehr selten kaputt, aber wenn – nun ja, ohne dampft es nicht lange.

Die 510-T

510-T

Joyetech 510-T in Edelstahl

Die Joyetech 510-T ist das kleinste noch halbwegs alltagstaugliche Gerät; mit der Vorgängerversion habe ich selber angefangen (und das Rauchen aufhören können). Sie ist die Tankversion der guten alten 510 mit Wattedepot. Tatsächlich mit dem Wattedepot wird diese nur noch von wenigen gedampft, es benutzen sie aber noch viele zum Tröpfeln. Wattedepots sind nicht ganz pflegeleicht, darum keine Empfehlung mehr für Anfänger von mir. Die 510-T kommt auch als einzige der vorgestellten Dampfer noch oder wieder mit Automatik-Akkus, also solchen ohne Knopf; auch dies ein Argument für viele Anfänger.

Und diese Automatik-Akkus sind tatsächlich zuverlässig und belastbar – anders als früher, als Auto-Akkus viel waren, vor allem teuer, aber ganz bestimmt nicht zuverlässig oder belastbar.

Die 510-T ist kompatibel mit der eGo: Man kann die Verdampfer auf eGo-Akkus dampfen, wegen der Optik empfiehlt sich ein Cone, eine Metallhülse, die darübergeschraubt wird.

Die 510-T gibt es in 10 verschiedenen Farben; wobei die meisten Shops nicht alle führen. Auch die Tanks gibt es in 5 verschiedenen Farbtönen, so daß man einen passenden aussuchen kann. Die Akkus gibt es in zwei verschiedenen Größen, 180 und 280mAh, wobei der 280er merklich länger ist.

Wer mit der 510-T viel unterwegs ist, sollte über einen PCC nachdenken: Ein „Personal Charging Case“ oder schlicht eine Ladeschachtel, die über USB aufgeladen wird und einige Akkus nachladen kann, ehe sie selber wieder an den Strom muß.

Das Befüllen der Tanks macht man am besten mit einer sehr spitzen Flasche, eine Nadelflasche ist ideal.

Die eGo-C oder -T

Joyetech eGo T und C

eGo-C mit Typ-A-Verdampfer und eGo-T auf 900mAh-Akku mit Typ-B-Verdampfer

Der Klassiker, mittlerweile. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Versionen: Die eigentliche eGo-T, eGo-Akku und ein einteiliger Verdampfer, und die eGo-C, eGo-Akku und ein dreiteiliger Verdampfer: Sockel, Hülle, und ein auswechselbarer Verdampferkopf. Beide gibt es als A- und B-Version, dabei ist die A-Version spitz zulaufend und hat den kleineren Tank (ca. 1,2ml), die B-Version zylindrisch mit größerem Tank (ca. 2ml).

Dampfen tun alle Versionen weitestgehend gleich, und A oder B sind eine reine Geschmacksfrage. Wobei allerdings die A-Köpfe von Joyetech in mittlerweile 5 verschiedenen Verdampfern eingesetzt werden, die B-Köpfe hingegen wirklich nur in der eGo-C Typ B. Ob man sich eine C oder eine T kauft, ist mehr eine Preisfrage: Die T ist als Set billiger, im Ausverkauf teilweise für 25 Euro, aber Ersatzverdampfer sind teurer als bei der C. Und es gibt nur die T in allen zehn Farben, die C gibt es nur in vier Farben.

Man ist auch nicht festgelegt, wenn man sich ein Set gekauft hat: Passt alles zusammen, T-Verdampfer auf C-Akku und umgekehrt. Kompatibilität ist ohnehin ein guter Grund für eGos: Die allermeisten neuen Serienverdampfer sind für eGo-Akkus gedacht oder zumindest damit kompatibel.

Um die eGo-Tanks zu befüllen, reicht eine Flasche mit schmalem, spitzem Tropfer, den einige Händler schon serienmäßig auf ihren Liquidflaschen haben.

eGo-Akku mit Vivi Nova

ViviNova auf eGo 650er-Akku

ViviNova auf eGo 650er-Akku

Die eGo-Tank-Verdampfer sind hinreichend zuverlässig, und gelegentliche Probleme lassen sich beheben. Noch einfacher zu handhaben ist die Vivi Nova von Vision; die macht auch mehr Dampf und es schmecken den meisten Dampfern mehr Liquids darin als in der eGo-T. (Wobei, nicht daß wir uns mißverstehen: Ich habe weiterhin einige eGo-T und -C in Gebrauch.)

Mehr zur Vivi ist hier zu lesen, in Kürze:

  • Bei der Vivi sitzt der Verdampfer mitten im Tank.
  • Es gibt sie in zwei Größen, 2,4ml und 3,5ml, wovon die 2,4ml entschieden besser auf die eGo-Akkus passt.
  • Sie passt auf eGo-Akkus genauso wie auf Mods mit 510er- oder eGo-Anschluß.
  • Die Vivi lässt sich aus so ziemlich jeder Flasche nachfüllen. 

Einzig der Einkauf ist etwas umständlicher: Die Vivi gibt es nur selten im Set mit Joyetech-eGo-Akkus zu kaufen, also ist der Kauf von Einzelteilen angesagt.
Auch eine Möglichkeit: eGo-T oder -C-Set und eine Vivi Nova zusätzlich.

Stomversorgung: Zwei oder drei eGo-Akkus, ob 650, 900 oder 1000mAh ist dabei eher eine Geschmacksfrage. Durchaus überlegenswert ist auch der eGo-Twist, bei dem man die Strommenge, die er liefert, verstellen kann. Ist aber länger und teurer, und ganz am Anfang haben Akkus ohne Verstellmöglichkeit den Vorteil, daß man auch nichts falsch einstellen kann.
Und natürlich ein Ladekabel. Sicherheitshalber, die sind ja nicht teuer, kann man auch gleich zwei bestellen.

Die Ladekabel enden in USB-Steckern. Den Sets liegt auch ein Adapter USB<->Steckdose bei. Ob man den braucht, muß man selber wissen, die gibt es aber auch in jedem Elektroladen, und sie liegen zum Beispiel auch manchen Handys bei.

Vivis: Auch die Vivi Nova gibt es fertig zusammengestellt zu kaufen, gerade in der Kombination mit eGo-Akkus ist aber zu empfehlen, Einzelteile zu kaufen, da die Sets drei Köpfe enthalten, von denen zwei auf den eGo-Akkus etwas beziehungsweise viel zu schwach dampfen. Eine Einkaufsliste findet sich im Vivi-Nova-Artikel unten.

Wer Sets kauft, kauft sicherheitshalber besser zwei, in Einzelteilen holt man Sachen genug für zwei komplette Vivis und fünf Köpfe, weil der 5er-Pack meistens billiger ist als 5 Einzelne.

Da die Vivi einen glatten 510er-Anschluß unten hat, empfiehlt sich der zusätzliche Kauf je eines Cones, einer Abdeckung für das eGo-Gewinde. Steht auch alles nochmal im Artikel zur Vivi.

eGo-Akku mit evod-Verdampfer

evod auf eGo-Akku

evod auf Joyetech Akku

Verdampfer mit Bottom Coils, also der Heizwendel unterhalb des Liquids, gibt es schon länger, allerdings waren die wattefreien Versionen sehr lange nicht wirklich tauglich; mal kokelten sie, mal sifften sie. Bis zur evod von Kanger: Siehe da, das Bottom-Coil-Prinzip ist (anfänger-)tauglich geworden. 

evod-Verdampfer

Links ein Kanger evod, in der Mitte ein Nachbau, rechts oben ein evod-Verdampferkopf und rechts unten einer für den Protank, der auch passt.

Die evod ist ein äußerst unkomplizierter Verdampfer der sehr zuverlässig dampft und sehr gut schmeckt. Auch hier gibt es, wie bei der Vivi, sehr preiswerte auswechselbare Köpfe. Sie ist sehr einfach zu benutzen: Der Verdampferkopf sitzt im Sockel, und das komplette Oberteil ist ein Teil mit festem Mundstück, in das man das Liquid mit so gut wie jeder Flasche einfach einfüllen kann.
Nur aufpassen daß man nicht versehentlich etwas in das Röhrchen in der Mitte schüttet, das ist nach unten offen, und nicht höher als bis zum Ende des Röhrchen.  

Die evod ist außerdem das erste Gerät, von dem man sagen kann, daß die Nachbauten dem Original nicht nachstehen, dann wirds nochmal billiger. (Na ja, je nach Händler.) 

Auch bei der evod schmeckt den meisten Leuten auf normalen eGo-Akkus der 1,8-Ohm-Kopf am besten, das muß man im Zweifelsfalle ausprobieren. Einen Cone zum Abdecken von Gewinden benötigt man nicht.

Ausdrücklich nicht raten tue ich im Moment zum evod-Starterset, das gibt es auch. Das hat hauptsächlich einen Grund: Vermutlich (die effektive Spannung ist gar nicht so einfach zu messen) ist die Angabe der Spannung mit 3,7v nicht, wie üblich, nur die Nennspannung der verbauten Zelle. Sondern der evod-Akku gibt wirklich merklich mehr als die eGo-typischen 3,2v ab. Was bedeutet daß wenn man andere Verdampfer ausprobieren will, man ein Problem hat, denn die sind sehr häufig an die eGo-typischen 3,2v angepasst, und schmecken dann auf einmal ziemlich scharf. 
Eine Art der Kundenbindung, die schon im Aussterben begriffen war: Das eigene Gerät ist teilkompatibel, andere Teile passen zwar drauf, dampfen aber suboptimal. In der Hoffnung, daß der doofe Kunde schon nicht wissen wird warum und lieber die eigenen Teile weiterdampft. Bin ich gelinde gesagt kein Fan von, und kann man einem Anfänger auch nicht wirklich empfehlen. 

Außerdem berichten so einige Leute davon, daß der Taster zwar unzweifelhaft schicker aussieht, aber den großen Nachteil hat, schlecht zu ertasten zu sein. Und wenn ihr noch nie gedampft habt, glaubt mir einfach mal: Man möchte seinen Taster finden können, ohne hinzuschauen. 

Gleich etwas Größeres

Während die eGo manchem Anfänger schon groß erscheint (so groß ist sie aber gar nicht), wollen einige gleich „etwas Ordentliches“ in der Hand haben. Das ist gar nicht so dumm, denn mehr Platz = mehr Laufzeit.
Auch auf Dauer sind sie oft preiswerter, da der Akku ein Li-Io-Akku in Standard-Größe ist, wie sie zum Beispiel auch in Taschenlampen verwendet werden, während die üblichen Dampfakkus fest verbaut aus Hülle, eigentlichem Akku und Elektronik bestehen und entsprechend teurer sind. (Bei einem sehr teuren Akkuträger dauert es natürlich entsprechend lange, bis der sich amortisiert.)

Lohnen tut sich das allerdings eher, wenn man entweder schon Ladegeräte und am besten auch Akkus für solche Akkuträger hat, oder weiß, wo man die im Zweifelsfalle wieder weiterverkaufen kann.

Und natürlich sind diese Geräte ohne Verdampfer – die braucht man extra. Die Vivi Nova ist da eine gute Wahl für den Anfang, hinterher probiert man sich ohnehin meistens durch das Angebot.

Eine Übersicht über Akkuträger gibt es hier. Eine Webseite mit sehr vielen Infos zu Akkuträgern, Akkus und Ladegeräten ist mountainprophet.de.

Joyetech 18650er-Mod

ViviNova STV auf 18650er-Joye

Vivi Nova STV auf 18650er-Joye

Der 18650er-Mod von Joyetech (auch als King Kong bekannt) ist der leichteste und preiswerteste Einstig in die Welt der Akkuträger: In allen eGo-Farben erhältiche Akku-Hülse, den Kopf gibt es in zwei Breiten, für eGo-Verdampfer und für größere Tank-Verdampfer wie die große Vivi Nova (oben abgebildet), aufladbar am eGo-Lader, gibt es Sets mit Hülse, Akku und Kopf ab ca. 22 Euro.
Alle Teile sind natürlich auch einzeln erhältlich, und die Akkus lassen sich auch in Li-Io-Ladegeräten aufladen.

Mehr Infos zum 18650er-Mod gibt es hier.

Vamo

Vamo mit Vivi Nova

Vamo mit Vivi Nova

Manche Akkuträger können mehr als nur Strom liefern: Einstellbare Watt- und Voltwerte sorgen für ein individuelles Dampfvergnügen, Messung des Widerstands des Verdampfers und des Ladezustands des Akkus sind schon sehr praktisch. Die ersten Geräte, die so etwas konnten, waren sagenhaft teuer. 200 Euro war man locker los, ehe das Teil in Deutschland losdampfen konnte.

Der, sagen wir mal, „chinesischen industriellen Zitierkunst“ verdanken wir die Vamo: Kostet etwa 40 Euro (oder ungefähr 25 in China), kann Watt und Volt einstellen, Widerstand und Ladezustand messen, ist gut zu bedienen, und sehr stabil. Außerdem passen die allermeisten gängigen Verdampfer schon ohne Adapter drauf, auch das ist nicht selbstverständlich.

Nachteil: Ladegerät und Akkuzellen muß man zusätzlich kaufen. Und Gewicht: Ein 650er eGo-Akku wiegt etwa 25 Gramm, ein 18650er-Mod mit Akku etwa 95 Gramm, während die Vamo mit Akku etwa 170 Gramm auf die Waage bringt. Alles ohne Verdampfer, der kommt immer noch dazu.

Einen ausführlichen Review gibts zum Beispiel bei mountainprophet.


Soweit die Hardware-Empfehlungen. Die Gelegenheit erscheint mir passend, noch zwei Sachen zu erwähnen:

Erstbestellung Liquid

Nach über 3 Jahren dampfen und in Dampferforen und einigen Umfragen kann ich nur eins sagen: Man kann über die benötigte Liquidstärke nichts auch nur halbwegs sicheres sagen. 3-Packs-am-Tag-Raucher fanden alles über 6mg/ml schon zu stark, und 10-Lights-Raucher brauchten zu Anfang 24 mg/ml – alles schon dagewesen. Also mindestens bei der ersten Auswahl 1x 18mg/ml auswählen und einmal 6 oder 0 mg/ml.

Dabei nicht an Tabakgeschmäckern kleben, die wenigstens davon schmecken auch nur einigen Dampfern nach Kippe. Klassiker für Anfänger sind: Vanille, Kaffee, Mint und/oder Menthol, und Früchte und/oder Frucht&Sahne-Liquids.

Mischen und Selberwickeln zu Anfang

Ganz einfach: Bleibenlassen. Kann man später machen, kein Problem. Aber nicht gleich zu Anfang.

Mischen

Ich habe meine letzten fertigen Liquids vor mehr als drei Jahren gekauft. Es spricht viel für das Selbermachen von Liquids: Der Preis, die Auswahl, die größere Sicherheit, was drin ist … aber bitte nicht unmittelbar am Anfang.

Das hat gleich mehrere Gründe:

Erstens ist schon der Umstieg aufs Dampfen nicht ohne, man muß sich an einiges gewöhnen, wer die Sargnägel gleich weglässt, hat dazu noch einige Entzugssymptome. Nicht viel, aber bei manchen merklich. Und Mischen ist nicht ganz trivial.

Zweitens hat man ohnehin noch völlig zugeteerte Geschmacksnerven, und der Geschmack ändert sich beim Dampfen vor allem in den ersten 6-8 Wochen durchaus öfters dramatisch. Anständig Abschmecken ist in der Zeit ohnehin noch schwierig.

Drittens ist es auch hier eine Kostenfrage: Zwar ist Selbermischen ganz schnell billiger als fertige Liquids kaufen. Aber die Einstiegskosten sind trotzdem höher als für ein halbes Dutzend Flaschen fertiges Liquids. Falls man nicht beim Dampfen bleibt (was die meisten aber tun) ist das rausgeworfenes Geld. (Es sei denn man kauft nur sehr kleine Gebinde – die sind aber wiederum recht teuer.)

Und viertens: Selbst angemischte Liquids brauchen ein bisschen Zeit zum Reifen, die einzige Ausnahme ist Menthol. Alle anderen brauchen schon ± 24 Stunden, damit man überhaupt sicher sein kann, ungefähr die richtige Dosierung erwischt zu haben; richtig gut schmecken tun sie noch später. Demzufolge müßte man erst mit dem Mischen anfangen, und ein paar Tage später mit dem Dampfen.

Lasst euch mindestens 6-8 Wochen Zeit, lernt erstmal das Dampfen, lest euch in Ruhe die Artikel auf dieser Seite durch und vielleicht noch etwas in den Foren, bestellt in Ruhe was ihr braucht – und dann: Mixer frei!

Selberwickeln

Manche Dampfer, insbesondere in den Foren, behaupten, es gäbe gar keine anständig dampfenden fertigen Verdampfer. Alleine wer die Verdampfereinheit selber mit Heizdraht und Glasfaser versehe dampfe richtig, und viel billiger wäre es auch.
Der Meinung muß man sich sowas von nicht anschließen …

Das Problem ist, daß das so einfach gar nicht ist. Es ist zwar auch nicht sonderlich schwierig, nur kann man als absoluter Anfänger weder die Wicklung einschätzen noch sie mit irgend etwas vergleichen. Gut, beim Einschätzen helfen Multimeter oder Mods mit Widerstandsmessung, aber die braucht man erstmal. Mit einem Multimeter muß man obendrein auch noch umgehen können. Ein Mod mit entsprechenden Fähigkeiten ist wiederum nicht eben ein zierliches Gerät.

Zwar schmeckt und dampft ein perfekt gewickelter Selberwickler wirklich gut, nur, „Anfänger“ und „perfekt“ sind zwei Begriffe, die selten gleichzeitig auftreten. Und dann nichtmal ein zwar vielleicht nicht ganz so perfektes, aber einfach zu handhabendes Gerät da zu haben, ist wirklich suboptimal.

Man muß also gleichzeitig lernen, überhaupt zu Dampfen, dazu das Wickeln, und für elektronisch weniger vorgebildete Menschen, sich etwas Hintergrundwissen aneignen. Am besten noch gleichzeitig mit einer Zigarettenentwöhnung. Bisschen viel auf einmal. (Steigerungsfähig nur noch durch den Versuch, gleichzeitig auch noch das Mischen anzufangen.) Das ist höchstens dann sinnvoll machbar, wenn man jemanden auf Abruf bereit hat, der einem helfen kann. Vor Ort!

Auch die Sache mit den Kosten ist relativ: Zwar sind die Kosten im laufenden Betrieb niedriger, aber dafür ist ein Selberwickler-Verdampfer erstmal teurer. Teilweise sogar sehr viel teurer, einen Fünfziger ist man schnell los, und nach oben ist das ziemlich offen. Und da kommt dann auch noch ein Akkuträger zu, wie die Vamo.

Man kann das Wickeln ausprobieren, aber es ist definitiv nichts für absolute Anfänger.
Und man kann auch völlig problemlos und genussvoll jahrelang dampfen, ohne je zu wickeln. Ja, es gibt sogar Leute, die genau wissen, daß sie es können, Selberwickler besitzen – und trotzdem Standard-Geräte (wieder) dampfen. Also nicht irre machen lassen.

Erst das Dampfen selber auf die Reihe bekommen, dann mal schauen, ob man einen Selberwickler will.


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9 thoughts on “Welcher Dampfer für den Anfang?

  • Coldfire76

    Hallo liebe Neudampfer (und natürlich auch „alte Hasen“)

    Alles im Bereich „Do It Yourself“ , also wie Alex bereits sagt : Selbstwickler, Mods, selber mischen sind interessante Dinge, aber gerade als Neuling ist man damit schnell überfordert und auch gefrustet –> nicht sinnvoll bei einem Umstieg.
    Die 510 – T ist als Gerät ganz anständig, grade Umsteigern sei aber definitv zu einer eGo-T oder C oder eGo mit Vivi geraten, da die Akkulaufzeiten einer 510 leider sehr unangenehm kurz sind. „SIze does matter …“, es kommt doch auf Grösse an : Grössere Batterie = „mehr drin“ … und wenn Ihr mal überlegt, wie gross Zigarettenschachtel und Feuerzeug sind ist das auch gar nicht sooo tragisch.
    Zu Automatikakkus und dem „lästigen Drücken“ : das ist Gewohnheitssache ! Als Einsteiger muss man ja doch sehr auf seine Zugtechnik achten, da helfen meines Erachtens Automatikakkus nicht wirklich und verleiten eher dazu, die „arme“ 510 so zu nuckeln wie eine Tabakzigarette. Und wer ist dann schuld, wenn man Liquid im Mund hat, der Nutzer oder das Gerät ? „Natürlich das doofe Gerät, eh alles Mist, …“ Liest oder hört man leider sehr häufig.
    Ganz wichtig, hat Alex auch schon gesagt : Nicht verrückt machen lassen !!! Ihr „braucht“ ein funktionierendes Gerät und keine hunderte €uro teure „Superdampfe“, die euch mehr frustet als hilft.
    Wie bei Allem heisst es auch hier geduldig bleiben, Ruhe bewahren und nicht so schnell aufgeben, es lohnt sich !

    Lieben Gruss und allzeit gut Dampf =0)

  • Ligui

    Danke für Deine Tips. Ich bin vor 6 Wochen auf das dampfen umgestiegen und habe seit dem keine einzige Zigarette mehr geraucht. Der Entzug war, wenn ich überhaupt einen hatte, sehr gering.

    Angefangen hab ich mit einer eRoll. Ich wollte halt eine kleine Zigarette die ich auch unterwegs unauffällig dampfen kann. Nur eine Woche später hab ich mir nen Ego-C Akku mit Evod Verdampfer gekauft. Nur, Dampfleistung und Geschmack waren nicht so der Hit. Also musste noch ein Gerät her. Der Ego Twist mit ner Vivi Nova Mini sollte es sein. Und das ist es jetzt. Dampf und Geschmack sind schon Klasse. Ich werde mir noch ein Zweites Gerät dazu holen, weil der 1000er Akku nicht über den ganzen Tag reicht.

    Danke auch für Deine Ratschläge zu Akkuträgern und Selbstwicklern. Ich warschon drauf und drann viel Geld in so ein Teil zu investieren weil ich in den Foren und auf Videos immer wieder lese und höre, dass das die einzige wahre Art des dampfens ist. Die Vivi Nova schmeckt mir mit dem Twist aber saugut.

    Mischen tu ich aber inzwischen schon und ich find es Klasse.

    Danke für Deine hilfreichen Tips und mach weiter so.

    Gruß. und guten Dampf.

    • Alex Beitragsautor

      Freut mich geholfen zu haben :)

      Die „einzig wahre Art des Dampfens“ hat sich zwar in den letzten Jahren durchaus verändert, aber eins ist sie geblieben: Groß und teuer. Komischerweise finden sich aber selbst in den Foren immer wieder Leute, die sich trauen zuzugeben daß es auch anders geht.
      Wobei sicherlich langfristig nix dagegen spricht, mal rumzuprobieren, oder sich eine Vamo (gibts bei fasttech in China für sehr kleines Geld) zu kaufen, schon alleine wegen der Widerstands- und Akkumessung. Aber dampfen tut es auch so gut, sehr gut sogar 😉

      Drei Akkus und drei Verdampfer halte ich allerdings für eine äußerst sinnvolle Mindestausstattung, aber auch die muß man nicht in der ersten Woche haben. (Einen Akku zum Dampfen, einen der solange laden kann, und einen in Reserve, wenn doch mal einer die Grätsche macht.)

    • Coldfire76

      Huhu Luigi,

      Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Umstieg und willkommen in einer neuen Welt.

      Das mit dem „einzig wahren Dampfen“ ist so eine Sache, ich habe Dampfer im Bekanntenkreis, die schwören immer noch auf eGos (mittlerweile C statt der alten T Verdampfer), andere nutzen tatsächlich trotz Selbstwickler und anderem Schnickschnack immer noch Vivis. Das zeigt doch (wie in Deinem Falle ja auch), daß es kein Selbstwickler sein muss.
      Ich nutze neben meinen vielen Geräten zum Beispiel auch sehr viele Bottomfeeder mit „normalen“ 510er Verdampfern, die sind auch eher simple Technik (mehr zum Thema Bottomfeeder findet man in den Foren). Und auch meine „olle“ eGo-C tut noch immer fleissig Dienst. Die „Einsteiger“-Geräte sind also nicht zwangsläufig schlechter als viel teurere „Superdampfen“ mit Internet und integriertem Stabmixer *lach*.

      Lieben Gruss,
      allzeit gut Dampf =0)

  • Meiner einer

    Hallo bin Nichtraucher aber möchte gern das Dampfen mal ausprobieren. Hab mich schon ein wenig in die Seite eingelesen (echt interessant)
    Ich steig nicht so recht mit den Einzelteilen durch.
    Welche Seite ist zu empfehlen für den Einkauf?
    Vom aussehen her würde mir die eGo-Akku mit Vivi Nova zusagen.
    Nach was genau muss ich suchen wenn ich mir die Einzelteile zusammensuchen möchte?
    Liquid kommt bei mir nur ohne Nikotin in frage da ich seit einigen Jahren Rauchfrei bin.
    Möchte das Dampfen als Genuss entdecken.

    Vielen Dank

    • Alex Beitragsautor

      Hallo!

      Ich fürchte den Artikel müßte ich mal dringend überarbeiten – die Vivi ist z.B. kaum noch zu bekommen. Mittlerweile sind allerdings die Starter-Sets der Markenhersteller (insbesondere Joyetech, Kanger und Aspire) auch alle brauchbar und anfängergeeignet.

      Wenn du einen halbwegs anständigen Dampferladen in der Nähe hast, wäre es am besten, du gehst mal hin – mittlerweile gibts ja genug davon. Denn am Ende mußt du mit den Geräten zurechtkommen.

      Wenn das bei dir nicht geht, schau mal nach Kanger evod oder evod II, die gibts beide preiswert, und mittlerweile gibts so viele unterschiedliche Köpfe, daß es schon fast nix mehr ausmacht, daß die etwas höher getaktet ist.

      Schöne Grüße
      Alex