Die Zweitausstattung 1


Die Erstausstattung ist angekommen, eingedampft und es klappt wunderbar mit dem Dampfen. Soweit, so gut. Nur, was kommt jetzt? Nun, das hängt davon ab, ob man wunschlos glücklich ist, oder zufrieden aber abenteuerlustig, oder doch an der einen oder anderen Stelle gerne etwas anders hätte.

Wunschlos glücklich

Wenn man wunschlos glücklich ist, braucht man nur ein bisschen Polster und Ersatzteile für den Fall des Falles:

  • Ein zweites Ladegerät. Die gehen zwar sehr selten kaputt, aber wenn, hat man ein Problem, wenn man keinen Ersatz hat. 
  • Mehr Akkus. Li-Io-Akkus leben bauartbedingt länger, wenn sie auch mal kalt werden dürfen, also auch mal ein anderer Akku gedampft wird und zwischen Benutzung und Aufladung und Wiederbenutzung wenigstens ein paar Stunden Pause sind. 
  • Ersatzverdampfer und -köpfe. Verdampfer gehen zwar auch nicht so schnell kaputt, sind aber auch nicht raumfahrtgeeignet; Ersatz kostet aber ja meist auch nicht die Welt. Und Köpfe sollte man sowieso immer welche dahaben. 

Durchaus überlegenswert ist die Anschaffung eines zweiten Sets, da Sets meistens billiger sind als die Summe der Einzelteile. Auch bei Liquids kann man jetzt durchaus mal abenteuerlustiger werden. Vor allem wer noch nur Tabak dampft sollte seinen Horizont einmal erweitern. Und auch das Selbermischen kann man langsam anfangen, in Betracht zu ziehen.

Abenteuerlustig

Eigentlich ist ja alles prima, aber es gibt sooooo viele schöne Sachen da draußen; wobei: Alles oben gesagte schadet trotzdem nicht zu haben.

Einen einstellbaren Akku

Sehr praktisch zu haben, selbst wenn man an und für sich mit seiner Akkuleistung zufrieden ist, denn höher gedreht kann man schon etwas abgenudelte Verdampferköpfe noch ein bisschen länger betreiben. Aber natürlich vor allem dazu gedacht, mehr Saft zu liefern als die Standard-Akkus. eGo-Twist oder Vision Spinner sind gängige, zuverlässige, regelbare Akkus im Standard-Format, die in ganz normalen eGo-Ladegeräten geladen werden können.

Wesentlich vielseitiger sind VV/VW-Akkuträger wie die Vamo, die obendrein auch wirklich nicht teuer ist. Allerdings braucht man für solche Akkuträger nicht nur eigene Akkuzellen, sondern auch ein Ladegerät für selbige. Dafür hat man dann auch ein Gerät, das lange dampft, und einem obendrein nicht nur den Ladestand der Akkus, sondern auch den Widerstand der Verdampfer anzeigt: Letzters ist äußerst praktisch.
Ladegerät und Akkus kann man natürlich auch mit anderen Akkuträgern verwenden. 

Andere Verdampfer

Fertigverdampfer

Jedes Liquid schmeckt in jedem Verdampfer anders, alleine diese Tatsache lohnt schon ein Rumprobieren, zumal der Einsatz finanziell überschaubar bleibt. Standard-eGo-Akkus liefern dabei für Bereich von etwa 1,5 Ohm bis 2,4 Ohm genügend Saft, wobei die weitaus meisten Dampfer Verdampfer mit 1,8 Ohm darauf bevorzugen, Ausnahme: Joyetech-Köpfe und -Verdampfer, wo der Standard-Widerstand 2,2 Ohm beträgt, und die darauf (logischerweise) auch sehr zufriedenstellend dampfen. Als momentan definitiv wert auszuprobieren wären zu nennen:

  • evod, T3s oder MT3s (auf das s am Ende achten!) und Protank Mini von Kanger (oder, ausnahmsweise mal, die Nachbauten); der normale Protank geht auch, man hat aber damit auf Akkus in eGo-Größe einen sehr kopflastigen Laternenpfahl.
  • Vivi Nova von Vision, auch hier passt die kleinere Größe wesentlich besser zum eGo-Akku.
  • Für den etwas gediegeneren Geschmack: Joyetech eGo-CC

Aber auch andere Verdampfer kann man eben mal ausprobieren bei Preisen für einen Verdampfer (mit Kopf) von im Moment meist zwischen 5 und 10 Euro.

Selberwickler

Die in manchen Foren als quasi naturgegeben hingestellte Evolution vom Fertigverdampfer zum Selberwickler war schon nicht naturgegeben, als die Standard-Verdampfer noch schlechter waren als heute. Dennoch kann man das natürlich ausprobieren, und wenn es klappt, und man mit den Verdampfern zurechtkommt: Also dampfen tut es schon gut. Für die ersten Gehversuche empfehlen sich billige Tröpfel-Selberwickler mit Microcoils, die wesentlich einfacher zu wickeln sind und wesentlich stabiler sind als Standard-Wicklungen. Wenn man das ausprobieren will, sollte man allerdings wirklich einen ausgiebigen Besuch in den Foren in Betracht ziehen, oder zumindest etliche Dampfer-Videos zum Thema in Augenschein nehmen.

Doch irgendwie etwas anders

Da muß man sich dann genauer überlegen, was genau man denn gerne anders hätte. Wenn man nur irgendwie noch nicht ganz zufrieden ist, kann es auch sein, daß das Liquid eine Hausnummer zu niedrig dosiert ist. Auch das ist einen Versuch wert. Auch können einem die anderen Stoffe im Tabak fehlen, sollte man zumindest in Betracht ziehen. Beides Probleme, bei denen andere Hardware nur eingeschränkt weiterhilft.

Häufig sind drei Sachen die man gerne anders hätte: Mehr Akkulaufzeit, größere Liquidvorräte und mehr Flash beim Dampfen, also dieses „Da kommt jetzt was“-Gefühl in Hals oder Lunge.

Akkulaufzeit

Naturgemäß gilt, daß je kleiner der Akku desto kürzer hält er auch, logisch. In einer 0,5l-Flasche ist auch weniger Wasser als in einer 1,5l-Flasche, dafür ist letztere halt größer. Nun ist es natürlich auch kein Problem, sich einfach 1-2 Ersatzakkus in die Tasche zu stecken, umgeschraubt ist ja schnell. Aber das will nicht jeder.

Also soll ein größerer Akku her. Die Standard-eGo-Akkus wachsen nur in die Länge, so daß man mit einem 1000er, zumal vielleicht mit USB-Anschluß oder als Twist, bald angeln gehen kann. Für Joyetech-Akkus ist auch bei 1000 mAh Schluß, Nachbauten gibt es bis 1300 mAh. Ein potentielles Problem bei Nachbauten: Nicht bei allen ist die Spannung gleich den Standard-Akkus, und bei manchen steht auch nur 1300 mAh dran, die sind aber nicht drin. Also entweder bei einem seriösen Händler kaufen oder wenigstens erstmal nur einen bestellen und testen. Wo noch Platz ist ist in die Breite, allerdings hält sich das Angebot in überschaubarem Rahmen an größeren, breiteren Verdampfern mit fester Zelle, also ohne lose einzulegende Akkuzellen.

Für sogenannte Akkuträger wiederum, die mit losen Akkuzellen bestückt werden, braucht man üblicherweise ein eigenes Ladegerät; immerhin der King Kong und die evic und evic Easy lassen sich per Standard-Lader oder auch (die evics) per USB aufladen. 
Andererseits bieten Akkuträger für 18650er-Akkus (die gängigste Größe) bis zu 3400mAh, je nach eingelegter Zelle, das reicht für ein Weilchen. 

Mehr Liquid

Auch hier gilt: Wenn man mehr will kostet das mehr Platz. Und auch hier hat man die Wahl zwischen einem beschränkten Längenwachstum und mehr Breite, wobei letzteres auf Standard-Akkus öfters etwas merkwürdig aussieht und kopflastig wird. Ist aber durchaus machbar und gar nicht so selten. 

Signifikant in die Länge wächst eigentlich nur der (M)T3s von Kanger und seine Nachbauten, 3ml gehen laut Kanger rein, in der Praxis sind es etwas weniger. Aber das ist schon nicht wenig, damit kommt man ein Weilchen hin. Zum Vergleich: In die evod passen nominell 1,6ml. Dafür ist der evod-Verdampfer auch nur 6,5 cm lang, während der (M)T3s 8 cm lang ist und in der M-Version, also der mit Metallhülse, 2mm breiter (16 statt 14 mm).

In die Breite gehen Protank und die großen Vivi Novas, ersterer mit 2,5 ml Fassungsvermögen, letztere mit 3,5 ml. Es gibt auch einzelne Verdampfer, die bis zu 5 ml fassen, sind nicht sehr verbreitet, kann man mal ausprobieren. Mittlerweile gibt es auch einige Tanks (meist für evod/Protank-Köpfe, teils auch für eigene) die um die 5ml fassen.

Noch signifikant mehr Liquid kann man nur in Selberwicklern die sehr große oder stackbare Tanks haben unterbringen, wie dem Kayfun, oder man nimmt einen Bottomfeeder, ein Gerät, in das gleich eine ganze Flasche, meistens 10 ml, eingebaut wird, aus der man dann per Flaschendruck das Liquid jeweils in den Verdampfer befördert. Das funktioniert übrigens erstaunlich gut, wenn man sich erst einmal an die komplett andere Handhabung gewöhnt hat – und das komplett andere Aussehen, denn diese Geräte kommen im Kästchen-Format. 

Mehr Flash

Dieses wohlige Kratzen im Hals oder dieser angenehme Druck auf die Bronchien ist vielen Dampfern viel Aufwand wert. (Obwohl es auch solche gibt die das entweder gar nicht spüren oder denen es egal ist, aber das ist seltener.) Nur, wie kommt man da ran? Es gibt viele Faktoren die den Flash beeinflussen, und nicht alle wirken bei allen Dampfern gleich. 

Liquid

Im Liquid sorgt Nikotin für Flash. Es dürfte kein Zufall sein, daß wenn man mit dem Nikotin runtergeht, weil man unbedingt will oder auch weil man nicht mehr soviel verträgt (was nach Jahren noch sehr plötzlich der Fall sein kann), die Geräte dazu tendieren, ein bis zwei Nummern größer zu werden, und dann auch merklich mehr Wucht machen sollen.

Auch Aromen haben einen durchaus unterschiedlichen Flash, was aber sehr subjektiv ist. Menthol empfinden fast alle als den Flash verstärkend. Es gibt auch Basen oder Zusätze, die den Flash verstärken sollen, oft auf Capsaicin-Basis (also das was den Chili scharf macht). Da ist es extrem unterschiedlich, wie man das empfindet und wie es einem schmeckt; von „Ich schmecke gar nix“ bis „Ich huste mir die Lunge aus dem Leib damit“ ist alles dabei, aber sehr weit verbreitet sind die nicht. Auch Liquid mit Koffein als Nikotin-Ersatz kommt jedes Jahr wieder – und verschwindet ebenso jedes Jahr wieder in der Versenkung. 
Kann man mal ausprobieren, aber investiert keine Riesen-Summen, für die meisten Leute funktioniert das nicht wirklich gut. Für einige allerdings schon.

Die Zusammensetzung der Basis macht für viele auch einen Unterschied, meistens wird PG als mehr flashend empfunden als VG – aber auch das gibt es in exakt umgekehrt.

Geräte

Bei der Hardware herrscht hingegen weitestgehend Einigkeit: Mehr Power gleich mehr Flash. Allerdings geht das oft mit weniger Geschmack Hand in Hand, da muß jeder seine Balance finden. Und zuviel des Guten kann sogar ziemlich fies schmecken und kratzen, das will man auch nicht. Aber was für den einen schon „Hilfe meine Lunge fliegt weg“ ist ist für den anderen „Flasht wunderbar“, da hilft nur ausprobieren. 
Wobei es natürlich auch noch einige andere Faktoren gibt, die den Flash beeinflussen, Verdampfer, Luftzufuhr, Draht, Wicklung zum Beispiel. Aber in diese Tiefen kann dieser Artikel nicht einsteigen, das wird an anderer Stelle abgehandelt werden.

Mehr Power heißt, entweder weniger Widerstand (Ohm) oder höhere Spannung (Volt), beides ergibt mehr Stromstärke (Watt). Genauer erklärt das dieser Artikel

Ein guter und preiswerter Einstieg in regelbare Akkuträger ist die Vamo, die man in China z.B. bei Fasttech schon für um die 20 Euro bekommt (je nach Version), hier geht es meist bei 30 Euro los. Dort kann man entweder Volt oder gleich Watt einstellen, und auch noch gleich den Widerstand der Wicklung und den Ladezustand des Akkus ablesen. Die Bedienung ist durch die drei Knöpfe schön einfach; Ein-Knopf-Bedienung endet schnell mal in Klickorgien. Dazu ein anständiges Ladegerät, ein paar gute Akkus und ein preiswerter Selberwickler-Tröpfler, und man kann ausgesprochen viel ausprobieren. Infos zu  Ladegeräten und Akkus findet man bei Mountainprophet (deutsch) oder lygte (englisch), bei Mountainprophet finden sich auch viele Akkuträger-Reviews. 

Aber natürlich sind die meisten anderen regelbaren Akkuträger auch nicht schlecht. Ungeregelte und Ungeregelte+Kick sollte man sich vielleicht für die Zweitanschaffung eines Akkuträgers aufbewahren. So schön diese sein können (vor allem letztere) die Anzeige vom Widerstand ist zu Anfang genauso praktisch wie die sehr leichte Verstellbarkeit, so daß man gut ausprobieren kann, was man mag und was nicht. 


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